Jahresaktivitäten der NABU Ortsgruppe Münster

Die Aufzählung ist nicht chronologisch zu verstehen. Die jeweiligen Arbeiten je nach Vegetationszustand und Witterungszustand ausgeführt. Die  jeweils geltenden Schutzvorschriften werden dabei immer eingehalten.

Gelbbauchunkenprojekt

Die Gelbbauchunken sind eine gefährdete Amphibienart von nationaler Bedeutung. In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde wird ihr Lebensraum im Wald gefördert.  Die empfindliche Art benötigt kleine Wasserbiotope, möglichst mit wenig anderem Besatz zum ablaichen. Der NABU kümmert sich um die Anlage von Laichbiotopen, die Reinigung der Laichbiotope, um Wasserfahrten, um den Verdunstungsverlust zu ersetzen, Reparatur der Laichbiotope.

Ziel ist es eine stabile Populationsgröße der Gelbbauchunken zu erreichen.

Anlage von Laichbiotopen Foto: Kreis Darmstadt Dieburg
Gelbbauchunkenpaarung Foto: Mathias Kisling

Nistkästen und Fledermaushöhlen

Seit 1995 ist der NABU aktiv bei der Unterstützung der Waldavifauna durch das Aufhängen von Nistkästen. Dieser Einsatz wurde mit Unterstützung der UNB auf die bedrohten Fledermäuse ausgeweitet. Die Nistkästen wurden durch Fledermaushöhlen ergänzt.

Diese müssen jährlich gewartet werden. Das umfasst die Reinigung und Zählung der Belegung, die Ergänzung und Reparatur der defekten oder abhanden gekommenen Kästen.

Nistkasten und Fledermaushöhle Foto: Helmut Wissner
Nistkastenreinigung Foto: Thomas Lay

Rotkäppchenteich

Der Rotkäppchenteich wurde angelegt, um die Amphibien zu unterstützen.

Die Ufer müssen jährlich freigeschnitten werden, da ansonsten die natürliche Sukzession mit Weiden, Erlen und Gräsern den naturschutzfachlichen Wert des Teiches vermindert. Zudem hat sich eine schöne Ufervegetation eingestellt, die in diesem Stadium erhalten werden sollte. Die Insektenwelt ist auf dieses Stadium der Sukzession angewiesen. Das Mahlgut muss abgefahren werden, da sich ansonsten die Ufervegetation stark verändert.

Rotkäppchenteich Foto: Helmut Wissner
Bergung des Mahdgutes Foto: Elke Witzel

Sonnenhang

Der Sonnenhang ist der Rest einer Sanddüne. Dort hat sich eine magere Vegetation eingestellt. Es finden sich dort seltene Pflanzen und Tiere. (Sandsilberscharte, blauflügelige Ödlandschrecke)

Alle Offenlandbiotope würden im Laufe der Jahre ohne regelmäßige Nutzung verbuschen und so ihren naturschutzfachlichen Wert verlieren. Die Vegetation ist hier vor allem von der schnellwüchsigen Akazie und Brombeere bedroht. Deshalb muss mindesten einmal jährlich gemäht werden. Damit die mageren Verhältnisse bleiben, muss das Mahdgut geborgen und abgefahren werden, da es ansonsten zu einer Aufdüngung kommt, die die Hungerspezialisten verdrängt.

Sonnenhang Foto: Helmut Wissner
Sonnenhang Foto: Helmut Wissner

Düne und Beobachtungsstand

Beobachtungsstand Foto: Werner Kissner

Die Düne am Beobachtungsstand muss aus den gleichen Gründen wie der Sonnenhang gepflegt werden. Wegen des Beobachtungsstandes muss zudem wegen der ausreichenden Sicht das Schilf gemäht werden. Die Ufer des Flachwassertümpels sollten regelmäßig gemäht werden, damit die Beobachtungsmöglichkeiten erhalten bleiben.

gemähte Düne Foto: Helmut Wissner

Uferschwalbenwand

Die Uferschwalbenwand ist ein besonderes Biotop im Kreis Darmstadt-Dieburg. Natürlicherweise kommen solche Wände nur an Gewässern vor, die noch eine entsprechende Dynamik haben. Aber die meisten Gewässer sind in ihrer Dynamik nicht mehr vorhanden und überformt. (Hochwasserschutz)

Die Uferschwalbenwand ist künstlich geschaffen worden und muss entsprechend unterhalten werden. Wenn nicht, geht der Verlust der Brutröhren mit dem Niedergang der Uferschwalbenpopulation einher.

Die notwendigen Baggerarbeiten werden von der Naturschutzbehörde beauftragt. Der NABU hat nur die beobachtende Funktion dabei.

Renovierung der Uferschwalbenwand 2018 Foto: Werner Kissner
Uferschwalben

Streuobstwiese hinter dem Pappelwäldchen

Der NABU hat die Reste einer ehemaligen Streuobstwiese wieder instandgesetzt. Die vorhandenen Obstbäume wurden bibersicher eingezäunt und geschnitten. Streuobstwiesen sind durch ihren geschichteten Aufbau wertvolle Biotope und damit Lebensraum für rund 2000 Tiere und Pflanzen.

Neben der biologischen Vielfalt gibt es noch einen kleinen Nebeneffekt, der NABU hat ausreichend Obst für das Kelterfest.

Streuobstwiese Foto: Helmut Wissner

Streuobstwiese am Flachwassertümpel

Bei der Anlage des Flachwassertümpels und den Kopfweiden wurden aus den Resten der vorhandenen Streuobstwiese diese mit neuen Bäumen ergänzt. Die Wiese muss regelmäßig gemäht und die Bäume geschnitten werden. Das Obst wird beim Kelterfest zu Apfelsaft.

Ausgefallene Obstbäume müssen ersetzt werden. Auf die biologische Vielfalt weist jetzt eine Infotafel hin.

Streuobstwiese mit Infotafel Foto: Werner Ellermann
Infotafel Foto: Werner Ellermann

Kelterfest

Bei diesem Fest wird das Obst zu Apfelsaft und die Einnahmen fliesen in die  NABU Kasse.

Kelterfest Foto: Werner Kissner

Flachwassertümpel

Der Flachwassertümpel dient der Artenvielfalt, denn das Nebeneinander von Wiese und Wasser fördert die Artenzahl der Tiere und Pflanzen. Besonders beeindruckend ist dabei die Vogelwelt.

Flachwassertümpel Foto: Helmut Wissner

Die Ufer und Insel müssen einmal im Jahr gemäht werden, sonst geht ihr biologischer Wert zurück.

Besonders hervorzuheben ist der seltene Laubfrosch und vierblättriger Kleefarn, die hier leben.

Der vierblättriger Kleefarn und der Laubfrosch gehören zu den streng geschützten Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem europäischen Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Beide Arten sind ein schöner Erfolg der Naturschutzarbeit.

Laubfrosch Foto: Werner Ellermann
vierblättriger Kleefarn Foto: Wikipedia

Kopfweiden

Kopfweiden waren einst eine wichtige Form der Rohstoffgewinnung. Die Weidenruten wurden zu vielfältigen Geräten und Körben verarbeitet. Gleichzeitig waren sie wichtige Lebensräume für Vögel und Insekten. Weil die Ruten der Kopfweiden ständig nachwachsen, müssen sie im Herbst geschnitten werden.

Für diese historische Landwirtschaftsart erhält der NABU entsprechende Fördergelder. Gleichzeitig kann er die Ruten für Absperrungen verwenden.

ungeschnittene Kopfweiden Foto: Helmut Wissner
Kopfweidenschnitt Foto: Werner Kissner

Storchenhorste

Einer der größten Erfolge ist die Wiederansiedelung des Weißstorches. Diese erfolgte durch das Aufstellen von Storchenhorsten. Mittlerweile erfolgt der Horstbau wieder auf natürliche Weise durch die Störche. Dem NABU verbleibt nur noch die zählende und beobachtende Funktion.

künstlicher Storchenhorst Foto: Werner Kissner
natürlicher Storchenhorst Foto: Helmut Wissner
Störche Foto: Werner Kissner

Bärenklaubekämpfung

Der Riesenbärenklau oder Kaukasicher Bärenklau ist eine invasive, konkurrenzstarke und phototoxische Pflanze.

Die Pflanze wurde vor Jahrzehnten eingeschleppt und breitet sich stark aus. Sie unterdrückt dabei jeden anderen Bewuchs. Ihre phototoxische Eigenschaft macht zudem für Menschen gefährlich. Sie enthält Furocumarine, die in Verbindung mit Sonnenlicht zu schmerzhaften allergischen Hautreaktionen führen, die wie Verbrennungen aussehen. Der NABU bekämpft sie wegen der Gefährlichkeit und weil sie den Bewuchs von anderen Pflanzen unterdrückt.

Mittlerweile ist ihre starke Ausbreitung zurückgedrängt, es gibt aber noch Restbestände, die sich dann wieder explosionsartig ausbreiten könnten. Deshalb ist eine jährliche Kontrolle notwendig. Diese wird durch Windbruchreste von Pappeln erschwert.

Bärenklaubekämpfer Foto: Werner Kissner
Bärenklaubekämpfer Foto: Werner Kissner
Riesenbärenklau Foto: Werner Kissner

Sonstiges

Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Kleinigkeiten zu tun. Denn immer wieder geht was kaputt oder fällt um oder wird auch vorsätzlich beschädigt.

Adresse & Kontakt

NABU Münster-Hessen
Frankfurter Straße 44
64839 Münster

Mobil. +49 (0)176 57675671
info@nabu-muenster-hessen.de

Spendenkonto

Sparkasse Dieburg
Bankleitzahl 50852651

IBAN DE25 5085 2651 0136 0090 81
BIC: HELADEF1DIE

  

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.