NABU Münster spendet Methusalembaum in Gedenken an Joachim Schledt

Tief im Gemeindewald, gut sichtbar direkt am Radweg, der von Münster aus in Richtung Dieburger Steinbruch und Moret führt, erinnert nun ein ganz besonderer Baum an den im April überraschend verstorbenen Bürgermeister Joachim Schledt: eine Methusalem-Elsbeere. Gespendet hat den etwa 40 Jahre alten, reich verzweigten Baum die NABU-Ortsgruppe Münster. „Er ist zwar noch nicht sehr alt, aber es handelt sich um eine besondere Sorte“, weiß Revierförsterin Franziska Teichert. „Elsbeeren sind in deutschen Wäldern selten geworden, aber in Münster findet man immer wieder welche. Gegenüber anderen Baumarten ist diese heimische Sorte nicht so konkurrenzstark.“ Die Exemplare, die sich trotzdem durchsetzen und groß und stark werden, sind also echte Überlebenskünstler – und besonders schützenswert. Genau das qualifiziert die hübsch gewachsene Elsbeere, deren essbare Beeren leicht nach Marzipan schmecken, für den Status „Methusalembaum“. Diese Patenschaften werden von 13 Städten und Gemeinden im Forstamtsbezirk Dieburg angeboten, um die Natur zu schützen und die Biodiversität gerade in Zeiten von drastischen Klimaveränderungen zu fördern.

„Uns war es wichtig, ein Zeichen für den Naturschutz zu setzen und zugleich an unseren viel zu früh verstorbenen Bürgermeister zu erinnern, dem die Umwelt auch immer sehr am Herzen lag“, sagt der Münsterer NABU-Vorsitzende Thomas Lay. Die Erste Beigeordnete Denise Hast betont: „Vielen Dank an den NABU für dieses Engagement und die bewegende Geste, den Baum zu Ehren von Joachim Schledt zu spenden. Das ist ein würdiges Andenken.“ Im Mai 2025 hatte Schledt bereits selbst eine Methusalem-Baumpatenschaft für eine rund 200 Jahre alte, stattliche Eiche übernommen. An ihr kommt man auf dem Weg zur nun neu ausgezeichneten Elsbeere vorbei, allerdings ist das Schild an der Eiche vom Weg aus nicht ganz so gut zu sehen.

Wegbeschreibung zur Methusalem-Elsbeere

Mit dem Fahrrad von Münster-Breitefeld aus die Tongrubenschneise fahren (Feldweg, der außen am Muna-Gelände entlangführt und besonders stark vom Waldbrand betroffen war). Von dort aus immer der Radweg-Beschilderung Richtung Darmstadt/Reinheim folgen. Die Eiche von Joachim Schledt befindet sich noch vor der Eisenbahnbrücke rechts im Wald. Um die Elsbeere zu finden, die Brücke überqueren und sich rechts halten. Nach mehreren hundert Metern auf diesem Weg befindet sich der Baum auf der linken Seite, das Schild ist gut vom Weg aus zu erkennen.

Interesse an einer Patenschaft?

Eine Patenschaft für einen Methusalembaum ist ab einer einmaligen Spende von 500 Euro möglich und eignet sich für Einzelpersonen, Familien, Vereine oder Unternehmen. Der Baum wird mit den zuständigen Revierförstern ausgewählt und mit einer Namensplakette der Spenderin oder des Spenders versehen. Ein Geschenk für die Ewigkeit.

Interessenten können sich direkt an das Forstamt Dieburg wenden unter Telefon 06071 98610 oder per Mail an forstamtdieburg@forst.hessen.de. Der Name „Methusalembaum“ geht übrigens auf den biblischen Methusalem zurück, der über 900 Jahre alt geworden sein soll.

 


Bildunterschrift:
Thomas Lay, Jürgen Marder (beide NABU Münster), die Erste Beigeordnete Denise Hast, Revierförsterin Franziska Teichert und Willi Heckwolf (NABU Münster) haben das Schild gemeinsam an der Elsbeere im Wald Richtung Dieburger Steinbruch/Auf der Moret angebracht. Foto: GM/Meike Mittmeyer-Riehl

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