Geschichte der Störche 2026

Auch dieser Winter gab sich wieder recht moderat, und so war es nicht verwunderlich, dass schon Mitte Januar ein erster Storch am Klärwerk auftauchte und den Horst dort schon mal vorsorglich besetzte. Ein erneuter Kälteeinbruch beendete jedoch dieses kurze Intermezzo, und erst Mitte Februar kehrten die Störche nun in größerer Anzahl aus dem Süden zurück.

 

Endlich erwachen nun die Hergershäuser Wiesen aus dem Winterschlaf und füllen sich mit Leben. Ob an der Gersprenz oder im Seerich – überall wieder das Klappern der Störche, überall sammeln sie voller Eifer geeignetes Nistmaterial für ihren Brutplatz. Und zwischendrin ein Treffen mit ihren Artgenossen auf Feldern und Wiesen, um dort nach nahrhaftem Futter zu suchen.

 

Inzwischen sind am Klärwerk und an der Gersprenz alle Nistplätze besetzt. Am Klärwerk hat sich wieder ein unberingtes Paar niedergelassen. An der Gersprenz sind vier Horste von den Vorjahrespaaren (mit jeweils einem beringten Partner) und zwei von unberingten Störchen belegt; ein neuer Nistplatz ist noch im Bau.

Foto: Andy Schürr

Für Neuankömmlinge zunehmend interessanter wird auch der Seerich; hier sind mittlerweile bereits vier Horste entstanden. Am 10. März kam es in diesem Gebiet zu einem ganz ungewöhnlichen Zwischenfall! Ein Storch verfing sich so schlimm in Drachenschnüren, dass er völlig bewegungsunfähig zwischen den Zweigen eines Baumes hängenblieb. Eine aufmerksame Spaziergängerin informierte zum Glück umgehend die Münsterer Feuerwehr, die den Storch dann recht schnell befreien konnte. Ihnen nochmals herzlichen Dank für den Einsatz! Nach kurzer Verschnaufpause und mit frischem Wasser versorgt, flog der Storch dann offenbar völlig unverletzt davon.

 



 


Auch die Traverse auf einem Strommast im Seerich, auf der schon im letzten Jahr ein Nistplatz entstanden war, brachte ein neues Storchenpaar auf die Idee, hier einen weiteren Brutplatz einzurichten. Dabei gerieten die Störche mit ihren langen Stöcken und Zweigen an die stromführenden Drähte – es kam zu kleineren Explosionen, und schließlich fackelte das im Bau befindliche Nest komplett ab. Immerhin: die Störche konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und kamen mit dem Schrecken davon. Schon am nächsten Tag begannen sie allerdings an gleicher Stelle mit dem Neubau, der dieses Mal ohne Zwischenfälle erfolgreich beendet wurde. Bleibt nur zu hoffen, dass sich ähnliche Vorkommnisse nicht wiederholen.

Foto: Andy Schürr

 

Die Netzbetreiber sehen diesen Trend bei den Störchen mit großer Sorge, weil er einerseits für die Tiere Gefahr für Leib und Leben bedeutet, andererseits zu Kurzschlüssen und Stromunterbrechungen führen kann. Deshalb hat der hiesige Netzbetreiber SYNA  noch rechtzeitig vor Beginn der Brut- und Setzzeit und mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde auf dem Gelände der Firma Frühwein auf der Beune einen Storchenbau von der Traverse entfernen lassen.

 

Fotos: Horst Jenke

 

 

Auch an den übrigen Standorten haben die Störche wieder ihre Quartiere bezogen: in der Pappelreihe am Altheimer Bahnhof, im Horst auf dem Sande, auf dem Mobilfunkturm, im Nest hinter der Beobachtungshütte. Sogar im Pappelwäldchen haben sich wieder einige Störche eingefunden. Derzeit ist die Situation dort aber noch unübersichtlich; man kann momentan von etwa fünf besetzten Horsten ausgehen. Erst mit Beginn der Brutzeit sind dann genauere Zuordnungen und Zahlen möglich.

 

Die Webcam am Klärwerk sendet übrigens wieder alle 30 Sekunden ein Live-Bild und ermöglicht somit allen Storchenfans einen direkten Blick ins Nest.

 

So wie es jetzt aussieht, ist also auch in diesem Jahr wieder mit einer spannenden Storchensaison zu rechnen.

Foto: Andy Schürr

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