Die Brennnessel

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Foto: Privat

Die Brennnessel wird seit vielen Jahrhunderten als Heilkraut verwendet. Eigentlich hätte diese Pflanze einen Orden oder Ehrenplatz verdient; denn die Liste ihrer Heilwirkungen ist lang. Angewandt wird sie gegen Gelenkschmerzen, Schuppenflechte, Gicht, Durchfall, Harnwegsinfekte, Rheuma u. a.

Längst hat man ihre entzündungshemmenden und blutreinigenden Eigenschaften nachgewiesen, so dass die Brennnessel, auch wenn sie nicht ganz so schmuckvoll daherkommt, aus keinem Kräuterbuch wegzudenken ist.

Nicht nur die Heilkunde weiß die Brennnessel zu schätzen - auch die Schmetterlinge lieben sie. Die Brennnessel ist Futterpflanze für eine ganze Reihe von Schmetterlingsraupen. Einige ernähren sich ausschließlich von ihr und sind somit auf sie angewiesen, z. B. das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, der Admiral - die alle auch in Münster vorkommen - sowie das Landkärtchen.

Anderen Faltern dient die Brennnessel als Ergänzung des Nahrungsangebots. Insgesamt sind es etwa 25 Falterarten, die sie auf ihrem Speiseplan haben. Dabei ist auch entscheidend, wo die Brennnessel steht. So bevorzugt der Kleine Fuchs den vollsonnigen Standort, die anderen mögen lieber im Halbschatten und feucht stehende Pflanzen. Dass es nur die frisch ausgetriebenen Blätter sein sollen - darin sind sich alle einig.

Aber damit nicht genug: Damit die Spätsommer-Raupen des Tagpfauenauges rechtzeitig ein passendes Nahrungsangebot an jungen Trieben vorfinden, sollten die Brennnesseln zwischen Mitte und Ende Juni gemäht werden. Der Kleine Fuchs wünscht sich das drei bis vier Wochen früher, schlüpfen doch seine Sommer-Raupen schon im Juli und suchen dann nach frisch Ausgetriebenem.

Kein Wunder also, dass die Brennnessel als wertvolle Ergänzung für jeden Kräuter- und Schmetterlingsgarten empfohlen wird. Aber auch die Brennnesseln in Feld und Flur verdienen unsere Wertschätzung und sollten weder als Unkraut wahrgenommen noch gar beseitigt werden.



Auch Gartenbesitzer können mit geringem Aufwand dafür sorgen, dass schon bald prachtvolle Tagfalter in den Garten zurückkehren und dort wieder für buntes Treiben sorgen.




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Foto: NABU Gerd Peter