Der Apfelbaum

Die große Beliebtheit des Apfels zeigte sich bereits im Paradies wo es Eva ohne weitere Verführungskünste gelang, den Adam dazu zu überreden, einen Apfel vom „verbotenen Baum“ zu pflücken. Des weiteren wird Martin Luther das Zitat zugeschrieben „und wenn ich wüsste, dass die Welt morgen unterginge, dann würde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.

Bei dieser großen Beliebtheit ist es schon selbstverständlich, dass ein Apfelbaum in jeden Naturgarten gehört.

Zum Glück verschwinden die perfekten aufgeräumten naturfeindlichen Gärten immer mehr und der Trend zum naturnahen Garten mit Apfelbaum nimmt zu. Der Apfelbaum ist für jedes Kind ein Wunder, zu sehen wie ein Apfel wächst um dann mit aller Freude zur Erntezeit kräftig in den Apfel zu beißen.

Der Apfelbaum, botanisch Malus domestica gehört zur Familie der Rosengewächse. Es gibt um die 20.000 Apfelsorten weltweit. In Deutschland wachsen davon ca. 1000 Sorten.

Apfelbäume gibt es als Halbstamm, Hochstamm, Spindel, Spalier oder Busch.

Der kultivierte Apfelbaum ist dicht belaubt hat eine breite Krone und wird bis zu 10 Meter hoch. Die Stammhöhe beträgt bis zu 8 Meter, der Durchmesser beträgt bis zu 60 Zentimeter. Der Apfelbaum kann bei günstigen Bedingungen bis zu 100 Jahre alt werden.

Apfelbäume gedeihen am besten in tiefgründigen, mit Humus versorgten Böden. Während Trockenperioden sollte von Zeit zu Zeit gewässert werden.

Apfelbäume sind in der Regel selbst unfruchtbar, so dass sie zur Fruchtbildung einen zweiten Baum benötigen.

Regelmäßiges Zurückschneiden trägt mit dazu bei, dass der Apfelbaum gesund und kräftig bleibt. Die Krone sollte immer licht sein; deshalb alles alte und nach innen wachsende Holz wegschneiden.

apfelbaum
Foto: NABU Beatrice Jeschke

Der Apfelbaum bietet bis zu 300 Tierarten einen Lebensraum . Während der Blütezeit bietet der Apfelbaum Bienen, Hummeln und anderen Insektenarten Nahrung. Unzählige Käfer nutzen den Baum, der Prachtkäfer legt Gänge unter der Borke (äußerste Schicht bei den meisten Bäumen, die Borke schützt den Stamm vor Temperatur, Regen, Wind, Sonne, mechanischen Einflüssen, Schädlinge und Infektionen) an, diese Gänge werden von Wildbienen und anderen Insekten genutzt.

Käfer und Kleinsäuger nutzen die Blätter als Nahrung, auf Grund der hohen Insektenvielfalt bietet der Apfelbaum die Nahrungsquelle für viele Vogelarten.

In großen und alten Apfelbäumen vor allen auf Streuobstwiesen baut der Specht seine Höhle. Wird die Höhle vom Specht verlassen, wird diese von Nachmietern wie Fledermäuse und Siebenschläfer als Winterquartier genutzt.

Die Äpfel selber werden als Futter von Schnecken, Wespen, Schmetterlinge, Staren und Amseln genutzt. Ist das natürliche Gleichgewicht im Umfeld des Apfelbaumes in Ordnung richten die Mitbenutzer der Äpfel kaum Schaden an.

Notfalls hilft bei zu vielen Staren oder Amseln eine Vogelscheuche. Geben Sie der Natur ihren Freiraum, sie regelt alles von alleine, soweit die Eingriffe des Menschen nicht zu gravierend sind.

Verzichten Sie beim eigenen Apfelbaum auf Schädlingsbekämpfungsmittel!